Im Rahmen unserer Weiterentwicklungen und Optimierungen gestalten wir momentan unsere Internetsseite um und bauen diverse Erklärungen zu unterschiedlichen Themen ein. Kürzlich erst hatten wir unsere FAQs zur Mischlingsanalyse vorgestellt. Diese sind unter der folgenden Adresse für jeden Neugierigen zu finden:

Dennoch fiel uns auf, dass immer mal wieder Fragen zu unseren Urkunden auftauchen und wir versuchen heute, einige davon zu beantworten.

Ganz oben steht: Warum überhaupt eine Urkunde? Antwort: Ja, warum denn nicht? Wir zwingen ja niemanden, eine zu nehmen oder sie anzusehen, wenn wir sie per Email zusammen mit dem Gutachten versenden. Wir haben uns anfangs Gedanken gemacht und uns überlegt, was wir gerne hätten und dazu gehörte ganz klar neben einem ordentlichen Gutachten eine Ergebnismitteilung im Rahmen einer Urkunde oder eines Zertifikats mit einem Foto. Und daher bekommt nun jeder eine, ob wer will oder nicht. Wer nicht mag, einfach vorher Bescheid sagen!

Weiter geht es:

  1. Die Urkunden-ID: Dieses dient der Fälschungssicherheit. Unsere Analysen werden auch von der Polizei, Tierheimen, Ordnungsämtern, Zoll und vielen anderen offiziellen Stellen genutzt bzw. benötigt und anerkannt. Damit dies so sein kann, ist wichtig, dass eine Fälschung einer Urkunde mit einem Wunschergebnis jederzeit bei uns überprüft werden könnte. Wir erstellen daher für jede Urkunde und damit für jeden analysierten Hund eine jederzeit überprüfbare Identitätsnummer.
  2. Das Foto: Ohne Foto sieht so eine Urkunde wirklich nicht schön aus, weshalb wir gerne ein Foto erhalten. Und nein, wir gehen mit den Analysen nicht nach dem Foto, was jeder erkennen kann, der sich einmal die Geschichten unserer Hunde ansieht. Hier sieht man Hunde, die sich ähnlich sind, aber andere Rassen ergeben haben und auch immer wieder Hunde, die optisch nicht den erkannten Rassen ähneln. Genaueres dazu ist auch in unseren FAQs nachzulesen.
  3. Das Logo: Dieses Jahr neu gestaltet, da wir einen runden Geburtstag feiern. 10 Jahre ForGen!
  4. Reinrassigkeit: In unserer Datenbank sind mittlerweile über 20000 Hunde aus etwa 280 Rassen und wenn wir die einzelnen Rassehunde als unbekannt eingeben, kommen alle mit mindestens 80% Ähnlichkeit zum typischen Merkmalsmuster der jeweiligen Rasse heraus. Forensisch-pragmatische Schlussfolgerung ist also: Oberhalb von 80 % kann von einer Reinrassigkeit ausgegangen werden. Und da es keine reinen Boxer- oder Dackelgene gibt und alle Hunde auch gemeinsame Schnittmengen haben, werden nicht zwangsläufig bei einem Rassehund 100 % der jeweiligen Rasse erreicht. Hinzu kommen noch die verschiedenen Zuchtlinien, die sich trotz gleicher Rasse minimal unterscheiden.
  5. Prozentuale Angaben: Der Rechner sucht nach der größten Ähnlichkeit, hier Deutsch-Drahthaar. Dann geht es noch einmal von vorne los und er sucht die zweit-ähnlichste Rasse etc etc.. Und wie gesagt: Ein Mischlingshund ist kein Legokonstrukt bestehend aus 50% roten (Boxer) Steinen, 25 % grünen (Dackel) Steinen und 25 % blauen (Pudel) Steinen. Es kann nicht für jede Rasse eigene Gene (farbige Legosteine geben), siehe auch unsere FAQs. Die Rassen werden aus anderen gezüchtet und damit ist z.B. ein „Labradoodle“ primär immer ein Mix aus Pudel und Labrador. Erst wenn in der Datenbank ausreichend Labradoodles vorliegen, kann der Rechner diese „Rasse“ feststellen. Nur weil jetzt z.B. auf einmal diese Rasse anerkannt werden würde, gibt es ja nicht sofort eigene Labradoodlegene bzw. eine eigene Legostein-Farbe. So viele Farben (=verschiedene genetische Merkmale) kann es gar nicht geben.
  6. Ähnlichkeit zum Wolf: Hunde sind wie die Wölfe Canide und wir untersuchen hier canidenspezifische Merkmale. Davon gibt es einige nur beim Wolf, ein paar nur beim Hund und ganz viele unterscheiden sich nur in der Häufigkeit. Daher gibt es auch hier Schnittmengen und auch ein Minispitz kann sich mal ein Merkmal mit einem Wolf teilen. Tatsächlich kann man hier aber oft erkennen, wie ursprünglich der Hund ist und auch die typischen Wolfhundrassen zeigen hier sehr hohe genetische Ähnlichkeit zum Wolfstypischen Muster und natürlich erkennen wir auch echte Wolfshundmischlinge. Dies ist oft wichtig z.B. für Fragen vom Zoll und der Polizei.
  7. Genetische Ähnlichkeit: Hier wird oft geschimpft, unsere Ergebnisse seien verwässert, ungenau etc. Fakt aber ist, dass wir als Forensiker nur das sicher behaupten, was sicher zu behaupten ist. Und niemand hat jeden Hund und jede Rasse mit jeder Zuchtlinie und jedem Zuchtschlag typisiert. Nur dann aber könnte man sehr viel genauere Gutachten erstellen. So kann ein Mischling durchaus einmal eine Ähnlichkeit von vielleicht 40 % zum Labrador erreichen, tatsächlich aber war die Mutter ein Curly Retriever. Diese beiden sind super ähnlich und als ordentliche Wissenschaftler muss man wissen, wo die Grenzen liegen. Schlussendlich ist die gesamte Analyse immer nur Statistik und bedient sich dieser. Aber: Statistik ist eine schwierige Sache. Wir erklären das gerne mit Lottozahlen: wenn heute 6 aus 49 gezogen werden, ist das simple Statistik und jeder musste in der Schule einmal ausrechnen, wie hoch die Chancen auf einen Sechser sind. Jetzt kommt es: Nächste Woche werden wieder 6 Zahlen gezogen und es können mit der gleichen Wahrscheinlichkeit wieder die gleichen Zahlen gezogen werden wie heute. Glaubt ja keiner, ist aber so.

Wir hoffen, dieser Post erklärt ein bisschen was und wünschen alle eine wunderschöne Restwoche.

Euer ForGen-Team

Erklärungen zur ForGen Urkunde