Heute haben wir etwas ganz Besonderes für Euch: Wolfi. Und hier ist der Name tatsächlich Programm. Wir bekommen häufiger Aufträge mit der Frage, ob nicht doch ein echter Wolf im Hund steckt und es sich möglicherweise um einen Hybriden handelt. Meist ist es die Polizei oder der Zoll mit dieser Fragestellung und manchmal aber auch der „ganz normale Hundehalter“. Wobei diese Geschichte schon etwas abenteuerlicher ist als üblich. Wolfi stammt nämlich tatsächlich aus den russischen Wäldern im Großraum Moskau. Über Ihre Mutter war nichts bekannt, als sie als lütten, halb verhungertes Etwas von einem Jäger gefunden wurde. Dieser brachte das kleine, knochige Fellbündel in ein Tierheim, wo eine Kollegin „unserer“ Familie sich dem Welpen annahm. Ein neues Zuhause musste er und besagte Tierfreundin wandte sich an ihre Kollegen in Moskau, die sehr zögerlich waren, da sie bereits zwei Hunde hatten. Aber Mitleid und wahrscheinlich Wolfis Charme schafften es und im Mai 2021 hatte das Findelhundchen eine neue Für-Immer-Familie mit echtem Rudel.

Etwa ein Jahr später zog man dann von Moskau nach Oranienburg, wo Wolfi sich in einem riesigen Garten austoben konnte. Schnell entwickelte sie hier einige Eigenheiten, die ihre Menschen von den anderen beiden Hunden so gar nicht kannten. Jede Begrüßung ihres „Rudelführers“ wird mit wildem Geheule untermalt, das mit seiner Lautstärke und Frequenz wahrscheinlich auch von möglichen Verwandten Vierbeinern in Moskau gehört werden kann.

Außerdem ist Wolfi extrem wachsam, meldet jeden Besucher und Fremde müssen lernen und akzeptieren, das Haus und Grund nun mal ihr gehören…

Manchmal braucht sie ihre Ruhe und zieht sich dann in ihre „Wolfshöhle“ zurück; eine gemütliche, dunkel verhangene Ecke, wo nur sie und ihr Rudelführer hineindürfen.

Tja, und wie ist es mit der Frage, ob denn echter Wolf in Wolfi steckt? Nein, tut er nicht. Wir haben zur Sicherheit auch die mitochondriale DNA untersucht, die in den meisten Fällen sehr gut zwischen Haushund und Wolf unterscheidet und hier zeigte sich klar, dass die mütterliche Linie „wolfsfrei“ ist. Die anderen Marker (von beiden Eltern vererbt) zeigen keinen Wolf, aber dafür wohl so das wolfigste, was ein „normaler“ Haushund hergeben kann. Und mit dieser imposanten Mischung ist es kein Wunder, dass Wolfi erstens so wunderhübsch aussieht und zweitens manchmal etwas anders ist.

Aber anders ist auch toll und ihre Menschen lieben sie und haben den Schritt zu Nummer drei nicht bereut.

Ganz viele Grüße und ein dickes Dankeschön für diesen schönen Auftrag.

Hund Wolfi
Hund Wolfi
Hund Wolfi
Hund Wolfi
Hund Wolfi
Hund Wolfi